Freitag, 4. Dezember 2009

im Rausch der Zeit

Dieses Video hatte ich vorgestern in meinem Adventskalender ...

http://www.youtube.com/watch?v=pydaov5X0hk&feature=player_embedded

Könnte ich mir immer wieder anschauen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Freiheit

Albert Camus hat einmal gesagt

Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus
Pflichten.

Diesen Satz muss man sich mal langsam auf der Zunge zergehen lassen. Ich habs getan und tue es immer noch und irgendwas schmeckt besonders. Ist es die Absolutheit in seiner Formulierung? Ist es die Ahnung, dass das Verstehen des Satzes die ganze Welt verändern könnte? Auf der Zunge zergehen lassen, den Satz begreifen, ihn durchdringen. Ich bin überrascht, wie sehr ein einziger Satz mich beschäftigen und beeindrucken kann. Und wie sehr ich mich durch ihn hinterfrage.

Camus war ein Philosoph und ich bin weit davon entfernt, ein ebensolcher zu sein. Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich hier um mehr als eine nette Aneinanderreihung von Worten handelt. Es ist mehr als die Kunst des Literaten.

Freiheit. Die meisten Menschen denken vermutlich: Was Freiheit ist, bestimme ich immer noch selbst. Oder: Solange du meine Freiheit nicht bedrohst und einschränkst, können wir miteinander auskommen.

Privileg oder Pflicht?

Es ist beides und das wird auch deutlich, doch es ist eben das eine mehr als das andere und diese Gewichtung, maße ich mir an zu behaupten, ist nicht Mainstream.

Da muss ich dran bleiben:
Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - die Maxime der französichen Revulotion. Ich habe darüber bei Ulrich Wickert gelesen und mir ist klar, Freiheit ist das höchste Gut, das wir Menschen haben. Doch können wir damit überhaupt umgehen? Ist es nicht eher so, dass wir Freiheit mit Freizügigkeit und Beliebigkeit, Gleichheit mit Gleichgültigkeit verwechseln? Brüderlichkeit oder auch Solidarität klingt heute eher abgefahren. Es reicht doch, wenn man sich um die Seinen bemüht - oder?

Freiheit bedeutet Verantwortung. Verantwortung für meinen Lebensstil und Verantwortung für das, was um mich herum passiert. Freiheit - 20 Jahre nach dem Mauerfall ist sie immer noch oder schon wieder etwas Besonderes, etwas, um das wir uns bemühen müssen, das uns Pflichten auferlegt. Doch ich glaube, dass diese Pflichten nicht bitter sind. Es sind Dinge, die einfach zum Menschsein dazu gehören. Der Mensch ist immer insofern Mensch, wie er bereit ist, dem anderen Wertschätzung, Respekt und Gemeinschaft zu geben.

Es gibt noch viel, was mir durch den Kopf geht - was so ein einzelner Satz alles auslösen kann. Ich bin tatsächlich überrascht. Doch für den Moment erst einmal genug.

Dienstag, 24. November 2009

so schön, schön war die Zeit

Ich habe tolle Tage hinter mir.
Ja, ich war auch krank, und das war nicht so schön. Aber meine Freundin Kiwi kam und wir hatten eine sehr intensive Zeit, mit viel Reden und auch Schweigen und vor allem Alltag leben. Wenn man einen Freund hat, mit dem so etwas gelingt, kann man sich als reich beschenkt bezeichnen. Und ich bin so reich beschenkt.
Mir ist aufgefallen, dass ich von Bremen noch nicht allzuviel weiß und kenne. Das ist sicher auch kein Wunder, denn ich müsste mir, um das zu ändern, explizit frei nehmen. Also habe ich etwas von der Zeit mit Kiwi genutzt, um ein wenig mehr "Einblick" in Bremen zu bekommen. Wir waren im Schnoor - ein unglaublich schönes Eckchen mitten im Zentrum. Uralte Häuschen, süße Geschäfte. Und die Sonne schien - hin und wieder. Obwohl es den Rest der Zeit regnete und ich den Eindruck hatte, dass es nie wieder hell wird, waren es sechs wundervolle Tage, die ich mit Kiwi verbrachte.

Und ich war in Elstal, auf einem Symposium, einem THEOLOGISCHEN Symposium.
Gerechtigkeit und gute Werke - Überlegungen zur Bedeutung diakonischen Handelns für die Glaubwürdigkeit der Glaubenden, so das Thema dieses Symposiums am Theologischen Seminar. Es war großartig. Sehr gute Vorträge, interessante Aussprachen und ich habe gemerkt, wie sich mein Profil verschärft hat. Wenn DAS nicht ein grandioses Erlebnis ist, dann weiß ich auch nicht. Ich weiß nun, dass ich tatsächlich noch weniger Lutheranerin bin, als ich dachte. Ich hätte nie geglaubt, dass in mir ein kleiner Pietist lebt. Aber so ist es und ich schäme mich nicht dafür - ich bin nur etwas überrascht. Aber vielleicht muss ich darüber noch etwas reflektieren. Auf jeden Fall ist für mich klar, dass mein Glaube an Jesus Christus tätige Wirkung haben muss - auch um glaubwürdig zu sein, vor allem aber, weil es eine notwendige Reaktion ist, wie etwa auf das Einatmen das Ausatmen folgen muss, will ich leben. Tätige Wirkung meint für mich aber keine Frömmigkeitsübungen im klassischen Sinn (von daher also doch keine Pietistin), sondern getreu dem Matthäusevangelium, Kapitel 25 ab Vers 31 - "was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan" - geht es nicht anders, als den Menschen Mensch zu sein, und zwar aus der Liebe Gottes zu mir heraus.

In Elstal traf ich auch auf liebe Freunde und wohnte bei tollen Menschen. Lea und Wencke gilt mein herzlicher Dank für ihre Gastfreundschaft. Genauso toll, wie Freunde zu haben, mit denen man Alltag leben kann, ist es nämlich, Freunde zu haben, die einem ein Heimatgefühl geben können. Ich habe die Zeit sehr genossen.

Nun hat der Alltag mich wieder und ich muss/ darf mich auf das Bibelgespräch, den Gemeindeunterricht und den kommenden Sonntagsgottesdienst vorbereiten, bei dem ich diesmal die Moderation übernehme - es predigt Volker Bohle, von der EBM. Darauf freue ich mich schon sehr - vor allem auf unsere Begegnung...